Service Orientierte Architekturen und die Service-Granularität

Die «richtige» Granularität der Services ist für den Erfolg elementar

In einer Service Orientierten Architektur stellen die Services eine zentrale Komponente dar, von den Services wird erwartet, dass sie mehr Flexibilität bei Veränderungen im Unternehmen ermöglichen und dass sie wiederverwendet werden können. Dadurch müssen die IT-Kosten bei Prozess-Anpassungen (Erfüllung regulatorischer Auflagen, neue Produkte/Dienstleistungen implementieren, Outsourcing von Supportprozessen) gesenkt werden können. Um diesen Nutzen auch wirklich zu erhalten, ist es für die Definition der Kernelemente wichtig die richtige «Granularität» der Services zu finden. Eine wichtige Basis für die Diskussion der Granularität stellt die Geschäftsprozess-Architektur aus dem Business Process Management dar.

Prinzip des Service-Aufrufs
In der Abwicklung eines Geschäftsprozesses treten verschiedene Ereignisse (Events) auf, welche für die prozessunterstützende Applikation (meistens ein Portal) den Aufruf eines Services bedingen. Dieser Service-Aufruf erfolgt über eine dokumentierte und veröffentlichte API nach dem folgenden, einfachen Prinzip:

Prinzip des Service-Aufrufs in einer SOA

Schritt 0: Bekanntmachung eines Angebots
Der Service-Anbieter (Provider) registriert seinen Service in einem öffentlichen oder unternehmensinternen Verzeichnis, das die Service-Beschreibung (fachliche Eigenschaften, Nutzung der Schnittstelle, SLA-Parameter, Kosten) beinhaltet

Schritt 1: Bedarf vorhanden - wer liefert was?
Der Service-Benutzer (Applikation, welche einen Geschäftsprozess unterstützt) sucht bei Bedarf(Event in einem Prozess) nach einem geeigneten Service im Verzeichnis

Schritt 2: Verfügbares und passendes Angebot gefunden
Das Service-Verzeichnis (Registry) liefert die Lokation des Service (technische Angaben, vergleichbar mit einer URL) zurück

Schritt 3: Dialog findet statt - Leistung wird geliefert
Der Service-Benutzer ruft den Service über das Netzwerk auf und nutzt die beschriebenen Funktionen, die Ergebnisse werden vom Service-Anbieter an den Service-Benutzer zurückgeliefert

Schritt 4: Leistung will bezahlt sein
Eine Verrechnung für die bezogenen Leistungen ist je nach Geschäftsmodell möglich