GUI sind grafischer Benutzerschnittstellen

Der PC wird mit einer Maus bedient

Mit der Entwicklung und Einführung von Windows 3.x hat Microsoft geschafft, was bis zu diesem Zeitpunkt noch keinem Software- oder Hardware-Hersteller gelungen war: Die Benutzer in Büro-Umgebungen bevorzugten die grafische Benutzeroberfläche Windows mit mehreren Festern, einfachere Bedienung durch Mausunterstützung, Textverarbeitung mit ausdrucknaher Formatdarstellung («WYSIWYG»: What You See Is What You Get) usw.

Erste Entwicklungen von GUI-basierten PC-Arbeitsplätzen gehen zurück bis in die 70er Jahre.

Desktop
Wesentlicher Bestandteil eines GUI ist im heutigen Verständnis der sogenannte Desktop, er bildet das Zentrum der grafischen Benutzeroberfläche. Bei verschiedenen Betriebssystemen (Windows, OS/2, Mac OS, Linux, X-Windows) mit integriertem GUI kann der Benutzer den Desktop organisieren wie seine Pultoberfläche. Werkzeuge die häufig gebraucht werden, sind direkt auf der Oberfläche zu finden, weniger oft benutzte Tools sind über eine Menüstruktur analog eines Schubladen-Schranks verfügbar.

shell desktop


Entwicklung des GUI
Die Entwicklung des GUI ist in Wirklichkeit keine Errungenschaft der Windows-Welt - den kommerziellen Durchbruch schaffte aber Microsoft mit Windows - dies war entscheidend.

Xerox in Palo Alto
In der Labors der Firma Xerox wurde die erste grafische Benutzeroberläche im Stil von Windows entwickelt. Das Management der Firma Xerox sah damals aber keinen Bedarf auf dem Markt, die Entwicklung wurde wieder eingestellt. Ein fataler Entscheid - die Macht in der IT-Welt wäre heute wahrscheinlich anders verteilt.

Einer der ersten Rechner mit GUI von XEROX - ihm war leider kein so grosser Markterfolg beschieden.

Apple
Das Unternehmen Apple hat eine der bewegtesten Firmengeschichten in der IT-Welt. Die Idee der grafische Oberfläche wurde von Apple auf ihrem Macintosh weiterentwickelt und verfeinert. In der gschäftswelt konnte Apple aber noch nie so richtig Fuss fassen - Apple ist bis heute aber in der Medienbranche und in den Schulen sehr beliebt.

Einen echten Paradigma-Wechsel führe Apple bei seinem Betriebssystem mit der Entwicklung von Mac OS X durch: Apple setze auf eine UNIX-basiertes Betriebssystem, das nebst komfortablem und schick designtem GUI auch eine kommandozeilenbasierte Shell beinhaltet. Die bis zu diesem Zeitpunkt selbst entwickelte «Apple Finder-Oberfläche» (mit Betriebssystem) wurde entsorgt.

Microsoft
Den grossen Durchbruch für das GUI schaffte erst Microsoft mit Windows 3.1, durch gezielte Marketing-Aktionen und (fast) Gratis-Zugabe bei neuen PC's wurde Windows mehr und mehr verbreitet. Für viele Anwender waren die Konzepte von Windows 3.x jedoch noch zu kompliziert, sie nutzten oft nur die Grundfunktionen wie Programme starten im Programm-Manager oder Dateien kopieren im Datei-Manager. Der echte Desktop wurde erst mit Windows 95 eingeführt.

Auf dieser Basis (Desktop-Ansatz) entwickelte Microsoft sein Betriebssystem konsequent weiter. Mit Windows NT/2000 gelang dann der grosse Wurf für die Geschäftswelt, es folgten Windows XP und als jüngster Sposs Windows Vista.