SEUSAG - Analysemethode im Systemdenken

Strukturiert Analysieren

In der praktischen Projektarbeit werden oft verschiedene Techniken genutzt um System-Zusammenhänge darzustellen und verständlich zu machen. Dieses Vorgehen wird als «Systemdenken» bezeichnet und erleichtert es komplexe oder komplizierte Sachverhalte und Zusammenhänge zu strukturieren.

Im Zusammenhang mit dem Systemdenken ist es relevant, die Defintion eines «Systems» in diesem Kontext zuerst vorzunehmen: Ein System besteht aus Elementen und Beziehungen. Beispielsweise besteht ein PC-System aus verschiedenen Elementen wie Zentraleinheit, Ein- und Ausgabegeräten. Alle Geräte haben eine Beziehung untereinander.

Innerhalb des Systemdenkes ist eine analytische Vorgehensweise sehr wichtig um effizient und zielsicher vorzugehen. Eine Analyse-Methode welche diese Vorgehensweise unterstützt nennt sich «SEUSAG».

Die SEUSAG-Methode ein wesentlicher Schritt in einem Projekt. Das Resultat einer SEUSAG-Analyse kann in die Ist-Analyse eine Vorstudie oder einer Hauptstudie einfliessen. Mit Hilfe des SEUSAG kann auch ein Soll-Zustand skizziert werden.

SEUSAG als Analysetechnik

Die Abkürzung SEUSAG stammt aus der Organisationslehre von Götz Schmidt (Buch «Methoden und Techniken der Organisation», ISBN-13: 978-3921313626).

Buch von Götz Schmidt: «Methoden und Techniken der Oorganisation»

Das Lehrmittel und die Methoden von Götz Schmidt sind ein Standardwerk in der Ausbildung für Organisatoren und  Wirtschaftsinformatikern. Die Abkürzung SEUSAG bedeutet:

S Systemgrenze bestimmen  Projekt abgrenzen
E Einflussgrössen ermitteln Restriktionen Rahmenbedingungen erkennen
U Unter- und Teilsysteme abgrenzen Zerlegung des Projektes in kleinere Einheiten
S Schnittstellen ermitteln Beziehungen zwischen abgegrenzten Einheiten wie auch zu Um-Systemen feststellen
A Analysieren Erheben und Ordnen von Informationen zu den kleineren Einheiten
G Gemeinsamkeiten feststellen Synergien aufzeigen und nutzen


Die Punkte 1 bis 4 werden zeichnerisch - in Form einer System-Darstellung skizziert. Die Analyse und Gemeinsamkeiten ist ein Element des Berichtes, sie kann auch in der Zeichnung dargestellt werden. 

Das folgende Beispiel einer SEUSAG-Darstellung spiegelt den Sachverhalt von mehreren Serverdiensten auf unterschiedlichen Rechnerplattformen in einem Schulhaus wieder. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Servern stellen in diesem Beispiel das systemübergreifende Backup-Konzept dar.


Skizze einer System-Abgrenzung mit SEUSAG

Wesentliche Elemente von SEUSAG

Einflussgrössen
Die Einflussgrössen beschreiben welche Restriktionen, Gesetze, Weisungen, Architekturen usw. zwingend zu beachten sind und was das Resultat des Projektes nicht sein darf. Die Rahmenbedingungen halten Sachverhalte fest welche wichtige Einflüsse auf das Projektergebnis haben.

Systemgrenze
Durch die Bestimmung der Systemgrenze (in Abstimmung mit dem Auftraggeber) wird festgelegt, welche Bereiche durch ein Projekt abgedeckt werden und welche nicht.

Für die Begriffe Teil- und Untersytem kann keine eindeutige Definition gefasst werden, es ist abhängig von der Betrachtungsweise, welche Sachverhalte oder Systeme als Unter- oder Teilsystem aufgefasst werden.

Untersystem
Ein Untersystem (US) des Systems Online-Buchhandlung ist beispielsweise die Versand-Abteilung. Die Abteilung hat eine Ablauf- sowie eine Aufbau-Organisation und besitzt auch Schnittstellen nach aussen.

  • Ein Untersystem ist in Bezug auf die Aufbauorganisation meistens eine kleinere Abteilung, eine Gruppe oder Stelle. Das Untersystem kann auch als Organisationseinheit betrachtet werden.
  • Aus Sicht der Ablauforganisation wäre ein Untersystem ein kleinerer Arbeitsablauf eine Funktionseinheit, ein Bauteil oder ein Teilschritt. 

Teilsystem
Ein Teilsystem (TS) dient zu einer feineren Unterteilung innerhalb von Untersystemen. Teilsysteme stellen funktionale Zusammenhänge (Tatbestände) dar und dienen in der Analyse der Problemabgrenzung nach innen.

Ein Teilsystem in der Ablauforganisation kann beispielsweise ein Produkt-Informationssystem sein oder eine Arbeitsanweisung.